Verzeihen und vergessen

Was unsere Seele
am schnellsten und schlimmsten abnützt,
das ist:
Verzeihen ohne zu vergessen.
(Arthur Schnitzler)

Dove non c’e amore e perdono la strada diventa chiusa
Sinngemäß: Ein Weg ohne Liebe und Vergebung
ist eine Sackgasse
von einem Pfarrer in Pisa

mal philosophisch ツ

Wie kann man etwas nicht haben,
was es überhaupt nicht gibt?
Wie geht das überhaupt?
Keine Zeit haben.
Kann man denn Zeit besitzen?

Was ist Zeit eigentlich?
Zeit ist nichts Materielles.
Sie ist kein Buch, keine Nahrung oder Geld.Bereits der Theologe und Philosoph Augustinus –
er lebte von 354 bis 430
machte sich Gedanken über die Zeit und was sie ist.
Mit seinen Überlegungen hat er die Philosophie nachhaltig geprägt,
und gerade in einer Zeit ständig mangelnder Zeit
regen seine Überlegungen zum Nachdenken an.

Augustinus unterteilte die menschliche Wahrnehmung von Zeit
in drei Einheiten:

Die Vergangenheit die Gegenwart und die Zukunft.
Das Vergangene sind letztlich Erinnerungen.
Die Zukunft sind Erwartungen.
Die Gegenwart ist unmittelbar, jetzt.

Augustinus erkannte, dass Menschen Zeit verschieden erleben.
Unmittelbar vor einer Prüfung können sich Minuten wie Stunden anfühlen.
Doch in den Tagen und Wochen vor den Prüfungen rat die Zeit nur so.
Es wird einem ganz schwindelig wie sie davoneilt.
Das Erstaunliche: Es kommt immer Zeit nach.
Kann Zeit also wirklich vergehen?
Als nächstes versuchte Augustus festzulegen, was eine lange Zeitdauer ist.

Vom Jahr, zum Monat, bis zu den Sekunden.
Er erkannte: Zeit kann in immer kleinere Einheiten geteilt werden.
Wie ein Kuchen, den man zu Krümeln zerreibt.
Bei all der Krümelei bleibt ein Ergebnis:
Nur die Gegenwart ist nicht zerteilbar.
Aber die Gegenwart kann auch nicht lange sein,
denn sie wird von der Vergangenheit und der Zukunft begrenzt.
Sie ist so flüchtig, dass man sie oft gar nicht wahrnimmt.

Und wie hilft das jetzt beim Zeitmangel-Problem?
Man kann Augustinus wohl so interpretieren:
Das Vergangene und Zukünftige existiert nur als Erinnerung oder Erwartung im eigenen Kopf.
Denke ich sehnsuchtsvoll an den letzten Urlaub, bin ich nicht am Strand.
Ich erinnere mich nur, während ich längst wieder Zuhause bin.
Genauso ist es mit den Erwartungen an die Zukunft.
Gibt es viel zu tun, und der Aufgabenberg schnürt einem scheinbar die Luft ab, sind das Projektionen in etwas, was noch nicht ist.
Also ist auch das Erwartete nicht real.
Es ist eine Vermutung, die ganz anders kommen kann.
Nur Gegenwart ist Zeit in ihrer Reinform.
Also kann man streng genommen nicht sagen „ich habe keine Zeit“.
Zeit ist immer da. Sie ist da, ohne dass wir sie bewusst wahrnehmen.
Haarspalterei?
Vielleicht – auf den ersten Blick.
Vielleicht auch auf den zweiten.
Aber…
vielleicht reicht ja einfach der Anspruch
„ ich gebe mein Bestes und nutze die Zeit, die ich gerade habe“ 😉

die Zeit

ist nur ein leerer Raum,
dem Begebenheiten,
Gedanken und Empfindungen
erst Inhalt geben.
(Wilhelm von Humboldt)
Wunsch
Wirklichkeit
Wahrscheinlichkeit
und Zukunft
haben geheimnisvolle Verabredungen miteinander,
die nicht nur der Zeitqualität unterliegen,
sondern auch der Intelligenz eines Wunsches
und der Kraft des Glaubens daran.
(Autorin: Christa Schyboll)

Es ist nicht wichtig

ob der Mensch vom Affen abstammt;
viel wichtiger ist,
dass er nicht wieder dorthin zurückkehrt. 😉
Das Leben ist viel zu kostbar,
als dass wir es entwerten dürften,
indem wir es leer und hohl,
ohne Sinn,
ohne Liebe
und letztlich
ohne Hoffnung
verstreichen lassen.
(Václav Havel)

Freiheit ist…

Wenn ich mich frei machen kann
von den Sorgen,
wie es werden könnte oder nicht,
ob es klappt oder schiefgeht…
wenn ich mich frei machen kann
von der Vergangenheit,
von Dingen,
die ich bisher nicht loslassen konnte,
von Fehlern und Versäumnissen…
frei machen
für diesen Augenblick
jetzt,
wenn ich mich dem,
was auf mich zukommt,
ganz öffnen kann
 … dann werde ich das Leben
von seiner besten Seite kennenlernen.

gute Frage

… logische Antwort 😉

Was wären die Männer ohne die Frauen?

Rar, sehr rar!
(Mark Twain)Nachdem Gott
sich bei der Erschaffung des Mannes ziemlich verausgabt hatte,
war er für einen Moment ratlos,
wie er diesem vollkommenen Wesen
eine ebenbürtige Gefährtin verschaffen sollte.

Doch wusste er sich zu helfen.
Er nahm den Glanz der Sonne,
die weichen Rundungen des Mondes,
die Geschmeidigkeit der Schlange,
die Unbeständigkeit des Windes,
die Süße des Honigs,
die Wärme des Feuers
und
die Kälte und Härte des Diamanten.
Das alles vermengte er sorgfältig und liebevoll
und machte daraus die Frau.
(aus dem Orient)

die Legende

von „el Fameliars“ auf Ibiza
Entdeckt am Eingang eines alten Luftschutzbunkers in Santa Eulària
(schrieb die schlecht leserliche Legende von dem Schild für euch ab 😉 )
Volksmärchen berichten von einem kleinen, ausgesprochen unansehnlichen Wesen, das dennoch gut und zügig jegliche Arbeit verrichtet, die man ihm aufträgt.
Doch leider kennt es nur zwei Dinge: Arbeiten und Essen.
Alles was aus seinem Mund kommt, ist daher auch: „Feina o Menjar“ (Arbeit oder Essen).
Wer sich so einen kleinen Helfer, also einen „fameliar“ wünscht, muss sich in der Johannisnacht unter der Pont Vell einfinden, im Gepäck eine schwarze Flasche.
Daraufhin muss man eine bestimmte Blume pflücken, die nur in dieser einen Nacht zu sehen ist und sie in die Flasche stecken.
Ist die Flasche gut verschlossen, wirkt sie ganz unscheinbar.
Doch einmal geöffnet, erscheint der „fameliar“ und fragt begierig nach Arbeit oder Nahrung.
Die „fameliars“ sind allerdings derart fleißig und erledigen die Wünsche ihres Herrn so rasch,
dass sie nach getaner Arbeit in einem Wimpernschlag die gesamte Speisekammer leer essen. 😀