mal so nebenbei…

las ich vor einigen Tagen in einer kleinen Kolumne unserer Tageszeitung
was mich beim lesen zwar schmunzeln,
aber auch über so manche Entwicklung nachdenken ließ.
Von wegen „O Tannenbaum“
Oh, das wird trist unterm Weihnachtsbaum.
Geschenkpapier, lernen wir in diesen öko-bewegten Tagen, ist böse.
Braucht ungeheuer viel Wasser und Strom bei der Herstellung,
und nochmal beim Recyceln.
Besonders, wenn es dieses schöne, glitzernde, leicht metallisch-schillernde ist.
Das darf nicht einmal ins Altpapier, so schlimm ist sein Inhalt.
Also der des Papiers. Mindestens der.
Umweltschützer akzeptieren allenfalls Recycling-Papier.
Besser noch Zeitungspapier.
Was wir begrüßen, wenn unsere Produkte unterm Baum noch einmal gelesen werden.
Trotzdem: Wirklich schön ist auch das nicht.
Dabei ist das nur ein Zwischenschritt weg von der Weihnachtsgemütlichkeit.
Den Kaminen soll es an den Kragen gehen, von wegen Feinstaub;
vermutlich sind dann die Kerzen dran, weil sie aus Erdöl gewonnen werden.
Und wer sich die Ökobilanz eines Weihnachtsbaumes anschaut –
die ist auch nicht gerade ideal.
Ist nur eine Frage der Zeit, bis der auf die Liste des Bösen kommt.
Doch ja, es wird trist werden,
wenn wir unter den kalten Energiesparlampen unsere Geschenke verteilen. 😉

 

Humor und Fantasie

Ohne Humor und schöner Fantasie –
fehlt es auch an Herz und Seele. Der humorvolle Vogel
Es sitzt ein Vogel auf dem Leim,
Er flattert sehr und kann nicht heim.
Ein schwarzer Kater schleicht herzu,
Die Krallen scharf, die Augen glühn.
Am Baum hinauf und immer höher
Kommt er dem armen Vogel näher.
Der Vogel denkt: Wie das so ist
Und weil mich doch der Kater frisst,
So will ich keine Zeit verlieren,
Will noch ein wenig quinquilieren
Und lustig pfeifen wie zuvor.
Der Vogel, scheint mir, hat Humor.
(Wilhelm Busch)

wohlige Momente

Wenn die Störche sich sammeln,
zum Abflug in Richtung Süden.

Der Herbstwind bläst
die letzten Blätter vom Baum.

Dann kommt auch bald, die anheimelnd stille Zeit,
die uns schöne Gefühle der Freude
und wohlige Momente
des tiefen Friedens
beschert.
Ich freue mich sehr darauf und ihr bestimmt auch, oder… !? 🙂

schöne Junitage

Dieses schöne Gedicht, gelesen auf meinem Abreißkalender,
berührte mich sehr

Mitternacht, die Gärten lauschen,
Flüsterwort und Liebeskuss,
Bis der letzte Klang verklungen,
Weil nun alles schlafen muss –
Flussüberwärts singt eine Nachtigall.

Sonnengrüner Rosengarten,
Sonnenweiße Stromesflut,
Sonnenstiller Morgenfriede,
Der auf Baum und Beeten ruht –
Flussüberwärts singt eine Nachtigall.

Straßentreiben, fern, verworren,
Reicher Mann und Bettelkind,
Myrtenkränze, Leichenzüge,
Tausendfältig Leben rinnt –
Flussüberwärts singt eine Nachtigall.

Langsam graut der Abend nieder,
Milde wird die harte Welt,
Und das Herz macht seinen Frieden,
Und zum Kinde wird der Held –
Flussüberwärts singt eine Nachtigall.
(Detlev von Liliencron)

Weihnachtsstress?

weihnachtsfenster-hanneManchmal hilft die Rückbesinnung auf vorchristliche Zeiten,
wenn einen der Vorweihnachtswahn so richtig beutelt.
Denn was die Christen als die Feier von Jesu Geburt in den Tagen rund um den 24. Dezember begehen, geht ja bekanntlich auf das sogenannte Julfest zurück, mit dem einst die Wintersonnenwende freudig begrüßt wurde.
Und das weist den Weg für alle, die vom Rummel arg geplagt und vom Gruppendruck des Geschenkekaufenmüssens zutiefst genervt sind:
Das Elend ist endlich, die Tage werden wieder länger und damit vergrößert sich auch die Menge des Lichtes,
das Körper und Geist so dringend nötig haben.

Im Gegenzug normalisieren sich die langen Gesichter derer,
die am Heiligen Abend wieder nur Socken mit Rentiermuster unter dem Baum vorgefunden haben

– spätestens beim Umtauschen zwischen den Jahren.advent_0007