unser Leben

Wir
stricken
unser Leben
täglich ein Stück weiter.
Die einen
stricken liebevoll und sorgsam,
andere wiederum mühevoll und ungern.
Oft ist das komplizierte Muster vorgegeben
und muss mit viel Konzentration bewältigt werden.
Manche Strecken werden mühelos und freudig geschafft.
Freundliche Farben, auch bunt gemischt wechseln mit grau ab.
Auch die Qualität wechselt: mal weich und flauschig, mal hart und kratzig.
Es kommt auch vor, dass Maschen von der Nadel fallen, manchmal auch aus Versehen.
Dann entstehen plötzlich Löcher,
und das Muster wird unvollständig.
Es kann auch sein, dass der Faden reißt
und neu angesetzt werden muss.
Wir kennen das: neu anfangen.
Es kann auch vorkommen,
dass wir das Strickzeug
in die Ecke werfen,
um es dann doch wieder hervorzuholen.
Es wird für uns Menschen immer ein Geheimnis bleiben,
wie viel Lebensfaden uns noch zu verstricken bleibt.
Wir haben die Nadeln in unserer Hand.
Technik, Muster und Werkzeug
können wir wechseln.

sprichst DU vegan?

Veganer Verwirrung.hanne Vegan leben ist in!
Doch kann man wirklich konsequent sein?
Klar, im Kühlschrank steht nur noch Grünfutter,
Ledertaschen und Wollpullover sind längst ausgemustert –
aber wie sieht’s mit der Sprache aus?
„Ich hab’ einen Bärenhunger,
lass uns doch einen von diesen sauguten Tofu-Bratlingen essen bei dieser Bullenhitze.“
Da lachen ja die Hühner!
Wer sprachlich aufs richtige Pferd setzen und sich nicht zum Affen machen will, muss sein Vokabular ausmisten,
da beißt die Maus keinen Faden ab!
Vollblut-Veganer, die kein Blatt vor den Mund nehmen wollen,
sollten sich deshalb etwas einfallen lassen.
Wer Schmetterlinge im Bauch hat, wird für
„mein Häschen, Mäuschen, Täubchen“
mit blühender Fantasie sicher eine pflanzliche Lösung finden.
Doch manche Begriffe sind leider alternativlos.
Deshalb verzichten wahre Tierfreunde ab sofort auf feucht-fröhliche Feierlichkeiten.
Nicht nur das Sau-Rauslassen, auch der Kater am Morgen danach sind nämlich ab sofort tabu!
Zum Mäusemelken findet das
ein fränkisches Fleischpflanzerl.  😉