in der Jugend

ist man eine mittelalterliche Feste mit geheimnisvollen Winkeln,
Burgverliesen, versteckten Gängen, Wällen und Gräben.
Später wird man ein moderner Palast, vergoldet, elegant und reich,
der sich nur Auserwählten öffnet.
Zuletzt ist man eine weite Halle, die aller Welt offen steht,
und die ein Markt ist, oder ein Museum, oder ein Dom, oder ein Friedhof.
(Carmen Sylva, Königin und Schriftstellerin 1843-1916)
Wenn es zu heiß wird, sucht man nach kühlen Gemäuern,
was auch einer von vielen Gründen für mich war
die Stadt und Burg Abenberg zu besuchen.
Die Mittelalterburg der Romantiker
Die Burg Abenberg steht über dem gleichnamigen mittelfränkischen Städtchen Abenberg im bayerischen Landkreis Roth.
Die Höhenburg wird gelegentlich als die Krone des Rangaues bezeichnet.
Die Statue von Wolfram von Eschenbach ziert die Burgmauer
Musik verbindet Menschen und Zeiten.
In diesem Jahr dreht sich im Museum auf Burg Abenberg alles rund um Musik.
„Von der Minne bis zum Rock“ heißt die klangvolle Ausstellung,
die zu einer Zeitreise ins Mittelalter genauso einlädt
wie zu rockigen Klängen des Feuertanzfestivals.
Das in diesem 20. Jubiläumsjahr wegen Corona aber leider nicht stattfinden konnte.

Manchmal muss man Musik einfach ganz laut drehen,
damit die Gedanken im Kopf leiser werden.
Cover vom Coppelius Studioalbum „Zinnober“
der Sänger von Coppelius betätigte sich als Maler.
Das Klöppelmuseum Abenberg zeigt,
wie und warum gerade in Abenberg Klöppelspitze hergestellt wurde.
Das Haus fränkischer Geschichte
lädt zu einer spannenden Zeitreise durch Franken ein.
Diese liebevolle Memo hing an der Pinnwand für Besucher von Besuchern …

Saat und Ernte…

Eine Frau träumte des Nachts, einen Markt zu besuchen.
Dort inmitten all der Stände traf sie an einem von ihnen erstaunlicherweise Gott.Scheu näherte sie sich dem Stand.
„Was verkaufst du hier?“ wollte sie von ihm wissen.
Gott antwortete ihr: „Alles, was das Herz begehrt.“

Die Frau war zunächst völlig verblüfft.
Als sie sich wieder gefasst hatte, beschloss sie, diese Gelegenheit zu nutzen und das Beste zu verlangen, was sich ein Mensch nur wünschen kann.

„Ich möchte Frieden für meine Seele und Liebe und Glück.
Und weise möchte ich sein und nie mehr Angst haben.“ sagte die Frau zu Gott.
„Und das nicht nur für mich allein, sondern für alle Menschen.“

Gott lächelte.
„Ich glaube, du hast mich missverstanden.
Ich verkaufe hier keine Früchte, sondern die Samen.“

teuflisch gerecht

Der Richter und der Teufel
Ein strenger Richter fuhr einmal in die Stadt zum Markt.
Er saß stolz in seinem Wagen und freute sich über jeden, der ihn grüßte.
Unterwegs begegnete ihm auch der Teufel.
„Lass mich ein Stück mitfahren, Richter“, bat der Teufel.
„Komm, setz dich zu mir, Teufel“ sprach der Richter und machte ihm neben sich auf dem Wagen Platz.
Sonst nahm er nie jemanden mit, aber vor dem Teufel hatte auch er Angst.
Darin unterschied er sich nicht von anderen Menschen.
Der Richter dachte sich:
Wenn ich mich mit dem Teufel gut stelle und ihm zu Munde rede, wird auch er mich freundlich behandeln.
Und wer mit dem Teufel auf gutem Fuß steht, der braucht keine Angst vor der Hölle zu haben.
Darum überließ der Richter dem Teufel den breitesten Teil des Sitzes und fuhr dann weiter.
Sie trafen einen Greis, der ein junges Schwein von der Straße fortjagte.
„Der Teufel soll dich holen, du verrücktes Ferkel“, schrie er dabei und drohte ihm mit der Faust.
„Hol dir doch schnell diesen Braten“, meinte der Richter zum Teufel und wollte ihn damit loswerden.
„Ach, nein“ schüttelte der Teufel den Kopf.
„Der Alte hat es ja nicht so wörtlich gemeint. Man benutzt meinen Namen oft zum Fluchen“.
Sie fuhren weiter, und ein kleines Mädchen lief ihnen über den Weg.
Sie hätten es beinahe überfahren.
Die Mutter erwischte es rechtzeitig und zog es schnell von der Straße.
„Der Teufel soll dich holen, du dummes Ding“ schrie sie zornig und gab der Unvorsichtigen einen Backenstreich.
„So nimm dir doch dieses Kind, wenn es dir die Mutter geben will“, sagte der Richter zum Teufel.
„Aber keine Mutter meint das wörtlich“, entgegnete der Teufel, und er musste es wissen.
Sie fuhren weiter und trafen ein altes Weiblein, dem hatte der strenge Richter vor kurzem die Ziege fortgenommen, weil sie auf der Gemeindewiese weidete.
Als ihn das alte Weiblein sah, drohte es ihm mit der Faust:
„Der Teufel soll dich holen Richter, denn du bist ein Feind der armen Leute!“
„Diesmal hat es das alte Weiblein wörtlich gemeint“,lachte der Teufel schadenfroh,
packte den Richter beim Kragen und schleppte ihn in die Hölle.

Dort schmort er heute noch!
(aus Schweden)
Quelle: Mein sehr schönes altes Vorlesebuch
„Sandmännchens Reise durchs Märchenland“
von Heinz Görz

Um über andere zu urteilen und sie zu verurteilen,
musst du ein Heiliger sein!
(Sprichwort)