was ist Zeit?

Tausend Jahre sind ein Tag
Weißt du wieviel Sterne stehen
Und wohin die Flüsse gehen?
Sag‘, warum der Regen fällt,
Wo ist das Ende dieser Welt?

Was war hier vor tausend Jahren?
Warum können Räder fahren?
Sind Wolken schneller als der Wind?
So viele Fragen hat ein Kind…

Ach Kind, komm‘ laß die Fragerei’n,
Für sowas bist du noch zu klein,
Du bist noch lange nicht soweit.
Das hat noch Zeit…

Refrain:
Was ist Zeit?
Ein Augenblick
Ein Stundenschlag
Tausend Jahre sind ein Tag!
Wie wird der Mensch zum Nimmersatt,
Wer alles hat, kriegt noch Rabatt,
Und woher kam die Gier nach Geld?
Wie kommt der Hunger auf die Welt?

Warum kommt jemand in Verdacht,
Nur weil er sich Gedanken macht?
Ist man noch frei, wenn man nichts wagt,
Ja, was ein junger Mensch so fragt…

He, junges Volk, was soll denn das?
Und leistet ihr doch erst mal was!
Ihr werdet auch noch mal gescheit.
Das bringt die Zeit…

Ist diese Welt denn noch erlaubt?
Die Erde ist bald ausgeraubt,
Das Wasser tot, das Land entlaubt,
Der Himmel luftdicht zugeschraubt…

Die schöne Lüge vom Goodwill,
Das hübsche Spiel vom Overkill,
Und wann macht ihr die Waffen scharf?
Wenn ich das auch mal fragen darf…

Das wird verdammt noch mal so sein,
Und wer soll uns das je verzeih’n?
Ich bitt‘ euch, fragt, solang‘ ihr seid,
Ihr seid die Zeit…

Interpret und Komponist: Udo Jürgens

Menschliche Gefühle

Es wird erzählt
dass alle Gefühle und Qualitäten des Menschen einmal ein Treffen hatten.
Als die Langeweile zum dritten Mal gähnte, schlug der Wahnsinn vor:
„Lasst uns Verstecken spielen.“
Die Intrige hob die Augenbraue und die Neugierde fragte:
„Verstecken, was ist denn das?“

„Das ist ein Spiel.“ sagte der Wahnsinn.
„Ich schließe meine Augen und zähle von 1 bis 1.000.
Inzwischen versteckt Ihr Euch.
Wenn ich das Zählen beendet habe, wird der Letzte, den ich finde, meinen Platz einnehmen, um das Spiel fortzusetzen.“

Die Begeisterung und die Euphorie tanzten vor Freude.
Die Freude machte so viele Sprünge, dass sie den letzten Schritt tat, um den Zweifel zu überzeugen und sogar die Gleichgültigkeit, die sonst an nichts Interesse zeigte, machte mit.
Aber nicht alle wollten mitmachen:
Die Wahrheit bevorzugte es sich NICHT zu verstecken, wozu auch?
Zum Schluss würde man sie immer entdecken und der Stolz meinte, dass es ein dummes Spiel wäre (im Grunde ärgerte er sich nur, dass die Idee nicht von ihm kam) und die Feigheit zog es vor, nichts zu riskieren.

„Eins, zwei, drei,…“, der Wahnsinn begann zu zählen.

Als Erstes versteckte sich die Trägheit, die sich hinter den ersten Stein fallen ließ, und die Eifersucht versteckte sich im Schatten des Triumphes, der es aus eigener Kraft geschafft hatte, bis zur höchsten Baumkrone zu gelangen.

Die Großzügigkeit schaffte es kaum, sich selber zu verstecken, da sie bei allen Verstecken, die sie fand glaubte, ein wunderbares Versteck für einen ihrer Freunde gefunden zu haben.
Ein kristallklarer See war ein wunderbares Versteck für die Schönheit.
Eine dunkle Höhle, das war ein perfektes Versteck für die Angst.
Ein Windstoß war großartig für die Freiheit.
So versteckte sie sich letztlich selbst auf einem Sonnenstrahl.

Der Egoismus dagegen fand von Anfang an einen sehr guten Ort,
luftig und gemütlich, aber nur für ihn.

Die Lüge versteckte sich auf dem Meeresgrund (stimmt nicht, in Wirklichkeit versteckte sie sich hinter dem Regenbogen).
Die Leidenschaft und das Verlangen im Zentrum der Vulkane.
Die Vergesslichkeit…, ich habe vergessen, wo sie sich versteckte, aber das ist auch nicht so wichtig.

Als der Wahnsinn „999“ zählte, hatte die Liebe noch kein Versteck gefunden.
Alle Plätze schienen besetzt zu sein, bis sie den Rosenstrauch entdeckte und gerührt beschloss, sich in der Blüte zu verstecken.
„1000“, zählte der Wahnsinn und begann zu suchen.

Die Erste, die entdeckt wurde, war die Trägheit, nur drei Schritte vom ersten Stein entfernt.
Das Verlangen und die Leidenschaft hörte man im Vulkan vibrieren.
In einem unachtsamen Moment fand der Wahnsinn die Eifersucht und so natürlich auch den Triumph.
Den Egoismus brauchte er gar nicht zu suchen, ganz allein kam er aus seinem Versteck heraus, das sich als Bienennest entpuppt hatte.

Vom vielen Laufen bekam der Wahnsinn Durst und als er sich dem See näherte, entdeckte er die Schönheit.
Mit dem Zweifel war es noch einfacher, ihn entdeckte er auf einem Zaun sitzend, weil er sich nicht entscheiden konnte, auf welcher Seite er sich verstecken sollte.
So fand er einen nach dem anderen, das Talent im frischen Gras und die Angst in einer dunklen Höhle.
Nur die Liebe tauchte nirgendwo auf.

Der Wahnsinn suchte sie überall.
Auf jedem Baum, in jedem Bach dieses Planeten, auf jedem Berg und als er schon aufgeben wollte, erblickte er die Rosen.
Er fuhr durch die Rosen, hörte einen Aufschrei und wusste sofort:
Sie war zwar gefunden, aber er hatte sie getroffen und böse verletzt.

Der Wahnsinn war hilflos und wusste nicht, wie er seine Tat wieder gutmachen konnte. Er weinte und entschuldigte sich und er versprach ihr, nicht mehr so grob mit ihr umzugehen.

„Ach Wahnsinn“, sagte die Liebe.
„Du weißt nur zu gut, dass Du gar nicht zart sein kannst.
Wie oft haben wir schon Spiele miteinander gemacht, und immer wieder ist es mit Dir durchgebrochen.
Ich bin dir nicht böse.
Auch das weißt Du.
Abgesehen davon mildere ICH deine Grobheiten ja immer wieder ab.“

„Ja, liebe Liebe“, das weiß ich alles.
Dennoch tut es mir leid.
Könntest Du mich nicht IMMER begleiten?“

„Wahnsinn, auch das hast Du mich schon sooo oft gefragt“, sagte die Liebe.
„Mal lässt Du es eine Weile zu, dann wieder nicht mehr.
Aber Du weißt:
Solange Du mich nicht wieder weg schickst, bleibe ich Dir gerne treu zur Seite.“

Die Liebe drehte sich um und sah alle Mitspielenden an.
„Das gilt natürlich für Euch alle.“

Aber sie wusste:
Auch diese wollen sie nicht immer dabei haben.
Manche hassten sie sogar.

Spiel des Lebens

das-spiel-hanneJeder von uns spielt ein Spiel,
das Spiel heißt Leben.
Die Karten sind gemischt,
das Schicksal wird geben.
Jeder hält seine Karten in der Hand,
der Ausgang des Spiels
ist keinem bekannt.
Eine Karte für Freude,
eine Karte für Schmerz
und eine für Liebe,
ein Ass mit Herz.
Eine Karte für Krankheit,
die Leiden bringt,
aber auch einen Joker,
der wiederum Heilung gibt.
Eine Karte für Frieden
und eine für Streit
und dann wieder der Joker,
der uns vom Kummer befreit.
Wir spielen dieses Spiel,
sollten auch was riskieren,
wir werden gewinnen
und auch mal verlieren.
Bist du ohne Vertrauen in die Zukunft
und fühlst dich allein,
vertrau auf die Karten, denn… spiel-des-lebens
die Nächste könnte wieder ein Joker sein.

Leben ist mehr

fensterblick_insel-hanneLeben ist mehr als Rackern und Schuften
Leben ist mehr als Kohle und Kies.
Leben ist mehr als Warten auf Morgen.
Leben ist jetzt, Leben ist dies.

Leben ist mehr als Hetzen und Jagen.
Leben ist mehr als nur Theorie.
Leben ist mehr als Zweifeln und Fragen.
Leben ist hier, jetzt oder nie.

Leben ist Träumen, Lachen und Weinen.
Leben ist Zärtlichkeit und Gefühl.
Leben ist Lust und Leben ist Liebe.
Leben ist Zeit für Musik
und Zeit für ein Spiel.

Leben ist miteinander zu reden.
Leben ist aufeinander zu bau’n.
Leben ist füreinander zu kämpfen.
Leben ist Hoffnung, Mut und Vertrau’n.

butterfly-leiste

Sind Computer auch nur Menschen?

Der Mond blinzelt noch vorwitzig ins Schlafzimmer, streichelt mit seinen Silberstrahlen mein Gesicht.fensterkerze

Da lieg ich noch verträumt im stand by.
Plötzlich, ein digitales Signal durchbricht die Stille und Besinnlichkeit.
Aus einem dieser eigentlich nebensächlichen Steuerungsgeräte die mit wahlweise rot oder grün blinkender led aufleuchten und mir das Signal zum booten geben.
In Bruchstücken fliegen die Reste der Szenen aus nächtlichen Träumen vorbei, wie der Abspann eines Filmes und ich versuche die Details zu verinnerlichen.
Während der nächsten Sekunden ist mein System hochgefahren. ja mein cpu war früher etwas langsamer, aber inzwischen schlägt das Hertz viel viel schneller ist schon im Gigabereich und Hyper-Threading macht mich multitaskingfähig.
Das ist natürlich eine tolle Eigenschaft die mich extrem Einsatzbereit macht, bin also ein echtes Allroundtalent, arbeite mit viel ddr ram und mein Cache ist nicht zu verachten.Computer
Mein Besitzer liebt alle diese Eigenschaften an mir, allerdings hapert es sehr mit der Bedienung meiner Hard- und Software, er findet nicht die richtigen Befehle, nicht die richtigen Worte, auf die ich reagiere mein Bios weiß er nicht zu steuern, die Festplatte ist unvorteilhaft partitioniert, vom Motherboard hat er keine Ahnung, und meine Tasten streichelt er auch nicht, aber die Maus möchte er liebend gerne bedienen.
Das allerdings möchte ich so ganz und gar nicht, denn auch ein PC ist nur ein Mensch und will liebevoll behandelt werden.
Also habe ich mir Wege gesucht und lasse mich vom Hochgeschwindigkeitszugang steuern.
Zärtlich werde ich bedient, bekomme keine Abfahrt sondern täglich neue Inputs.121641-mermaid-bath.gif   Und manche dieser Inputs zeigen mir wie wichtig das Leben ist; wie wichtig es ist den Regentropfen zu lauschen, das zwitschern der Vögel zu hören, den Sonnenschein auf dem Körper zu spüren, den verführerischen Duft der Liebe zu atmen, ein Glas gekühlten Pfirsichnektar zu trinken, dem Spiel der Wolken zu folgen, den Wind in den Haaren zu fühlen und die Körpersprache der Menschen zu beherrschen.bfidmx.gif