unser Leben

Wir
stricken
unser Leben
täglich ein Stück weiter.
Die einen
stricken liebevoll und sorgsam,
andere wiederum mühevoll und ungern.
Oft ist das komplizierte Muster vorgegeben
und muss mit viel Konzentration bewältigt werden.
Manche Strecken werden mühelos und freudig geschafft.
Freundliche Farben, auch bunt gemischt wechseln mit grau ab.
Auch die Qualität wechselt: mal weich und flauschig, mal hart und kratzig.
Es kommt auch vor, dass Maschen von der Nadel fallen, manchmal auch aus Versehen.
Dann entstehen plötzlich Löcher,
und das Muster wird unvollständig.
Es kann auch sein, dass der Faden reißt
und neu angesetzt werden muss.
Wir kennen das: neu anfangen.
Es kann auch vorkommen,
dass wir das Strickzeug
in die Ecke werfen,
um es dann doch wieder hervorzuholen.
Es wird für uns Menschen immer ein Geheimnis bleiben,
wie viel Lebensfaden uns noch zu verstricken bleibt.
Wir haben die Nadeln in unserer Hand.
Technik, Muster und Werkzeug
können wir wechseln.

Alles unter Kontrolle? ;-)

Auf der Messe ist ein Computer aufgebaut.giphy
Die Hersteller schildern ihn als Gipfel der Technik.
Ein Kunde zweifelt,mann00080 verlangt ein Experiment und fragt:
„Wo ist mein Bruder?“
Die Maschine wird gefüttert, rattert, blitzt und wirft die Antwort aus:
„Gegenwärtig im zweiten Stock des Kaufhauses X & Y in Hannover, um einen Schirm zu kaufen.“
Der Kunde ist beeindruckt, wünscht jedoch einen zweiten Leistungsbeweis und
„Wo ist mein Vater?“
Ein Zittern durchläuft die Maschine, und die Antwort ist da:
„Sitzt an der Unterelbe und angelt.“ –angeln_computer
„Danke!“,mann00036 sagt der Kunde. „Das genügt.
Mein Vater ist seit fünf Jahren tot.“
Die Fachleute sind betroffen, programmieren noch einmal,
starten die Abfrage erneut und lesen:
„Der Gatte Ihrer Mutter ist seit fünf Jahren tot.
Ihr Vater sitzt an der Unterelbe und angelt.“