Winter ade…

hieß es am Wochenende bei uns in Oberfranken
Zu einem der schönsten und wohl auch ältesten Frühlingsbräuche in Franken
gehören die „Fasalecken“, die am Faschingssonntag den Winter verscheuchten.
Seit rund 130 Jahren kommen die Effeltricher Fasalecken nach Baiersdorf in Oberfranken und treiben mit großem Peitschengeknalle Strohbären, die den Winter symbolisieren durch die Stadt zu einem großen Platz, an dem ihnen das Strohfell über die Ohren gezogen und zum Haufen getürmt wurde.
Während die Ex-Bären zum Abschied johlend über ihr abgezogenes Winterfell sprangen, das leider wegen zu starkem Wind nicht wie üblich angezündet wurde, tanzten die Fasalecken mit ihren Mädchen als Zeichen ihres Triumphes über den Winter
um den Strohhaufen.

Tradition und Brauchtum sind nicht nur unsere Wurzeln,
sondern stehen auch für Gemeinschaft und Zusammenhalt.
(Thomas Wolf)

Ein Märchen …


und die Realität – erfuhr und las ich kürzlich bei einem Besuch in Lohr am Main 🙂
Im Jahr 1986 entdeckte der Lohrer Apotheker und Historiker Dr. Karlheinz Bartels, dass im Märchen „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ einige Parallelen zu Lohr und seiner Stadtgeschichte zu finden sind. Daraufhin stellte er nach intensiven Recherchen die These auf, dass, falls es ein historisches Vorbild für Schneewittchen gab, diese eine Lohrerin gewesen sein muss.
Laut Dr. Bartels ist Freifräulein Maria Sophia Margaretha Catharina von Erthal, geboren 1725 im Lohrer Schloss, das historische Vorbild für Schneewittchen.
Maria Sophia wuchs nicht weit von Lohr am Main im Kurmainzischen Schloss in Tauberbischofsheim auf. Ihrem Vater unterstand eine Spiegelmanufaktur. Als sie 18 Jahre alt war, heiratete er seine zweite Frau, die als herrschsüchtig und ungerecht galt. Maria Sophias Heimat liegt im Spessart, einem „wilden Wald“.
Von dort führt der Höhenweg „Wieser Straße“ über sieben Berge.

In der Region arbeiteten früher Kleinwüchsige im Bergbau, als Schutz vor Steinschlag trugen sie kapuzenähnliche Gewänder. Den Glassarg und die eisernen Pantoffel deutete Bartels als Hinweis auf die Tradition der Glashütten und Eisenhämmer in der Region.
Lohr am Main bezeichnet sich inzwischen als „Schneewittchenstadt“.