etwas einmal selbst zu sehen, als tausendmal davon zu hören.“
(Paulo Coelhoe)
Mein persönliches Hauptziel dieser wunderschönen Urlaubsreise war Verona.
Eine Stadt in der norditalienischen Region Venetien mit einer mittelalterlichen Altstadt, die zu beiden Seiten der sich dahinschlängelnden Etsch erbaut wurde.
Sie ist bekannt als Schauplatz von Shakespeares „Romeo und Julia“.
Ein städtisches Wohnhaus aus dem 14. Jahrhundert mit einem winzigen, auf den Innenhof gehenden Balkon wird als „Haus der Julia“ bezeichnet.

Die Arena von Verona ist ein riesiges römisches Amphitheater aus dem 1. Jahrhundert, in dem Konzerte und hochklassige Opernaufführungen stattfinden.
Das 102. Opernfestival in der Arena di Verona, eröffnete mit einer Neuinszenierung, dem „atomaren“ Nabucco von Verdi, ein intensives Chorfresko biblischer Inspiration, das zum „Soundtrack“ des italienischen Risorgimento wurde, erwacht in einer brandneuen, vom Visionär Stefano Poda in jeder Hinsicht gestalteten Inszenierung zu neuem Leben.

Die Oper wird zu einer zeitlosen Reise zwischen Konflikt und Versöhnung, zwischen Stolz und Hoffnung, zwischen Humanismus und Technologie: Die in „Nabucco“ im Konflikt stehenden Völker sind allesamt Menschen, alle Völker, von gestern, heute und vielleicht morgen, die sich durch die gewaltsame und schmerzhafte Trennung, aber mit der Hoffnung auf ein neues Wiedersehen, wiederfinden.
„Zwei Polaritäten ziehen sich während der gesamten Bühnenhandlung an und stoßen sich ab“, erklärt Stefano Poda, „bis sie schließlich zu einem Punkt maximaler Abstoßung und Trennung gelangen, um dann im Finale zur Synthese zu gelangen, in der sich die beiden Gegensätze vereinen.
Die Metapher ist die der Bindungen zwischen Atomteilchen: Aus ihrer Verbindung entsteht Materie, doch der Mensch hat einen Weg gefunden, sie zu trennen und so völlige Zerstörung zu verursachen. Der technische Fortschritt macht alles möglich, und Nabucco zögert nicht, seine materielle Überlegenheit gegen die Besiegten einzusetzen, bis hin zu dramatischen Konsequenzen.
Die Lehre dieses Meisterwerks ist, dass eine gut gelenkte Rationalität die Spiritualität nicht ignorieren darf.“
Anscheinend meinten es meine vielen, inzwischen hart erprobten Schutzengel
wohl etwas zu gut mit mir, und schickten noch vor dem anfangs angekündigten,
angeblich sogar über den Mauern der Arena hinweg hörbaren Knall der Atombombe,
ein Hitzegewitter mit Regen über Verona –
weshalb die Vorstellung leider vorzeitig abgebrochen wurde. 😦
Was ich bis dahin an fantastischen Darbietungen auf der Bühne sah und hörte,
macht eine Wiederholung, bei nächster Gelegenheit erneuten Versuch des Besuchs,
zum unbedingten Muss für mich! 🙂